Schlagwortarchiv für: Gearheads

GRIP GEARHEADS: Jasmin Krause und ihr 2017er Chevrolet Camaro

Mit fettem V8 und bulliger Karosserie ist der Chevrolet Camaro ein klassisches Pony mit ziemlich viel Sportsgeist und grundsolidem Charakter. Ein Traum, der auch im Alltag rockt und nicht nur für Schönwettertrips taugt. Das vollgepackte Anniversary-Modell von Jasmin hat alles, was frau braucht, um glücklich zu sein

Das Mädel ist 28, hat einiges hinter sich und wurde stets von ihrem ganz großen Traum begleitet: mal eine richtig fette Amikarre zu besitzen. Um es kurz zu machen: alles überstanden, Traumwagen gekauft, Leben im Lot. Wenn die junge Frau heute mit ihrem 456-PS-Camaro durch Hamburgs Straßen bollert, reißt es die Köpfe rum, die Kinnladen klappen runter und die Mutmaßungen stehen den Passanten ins Gesicht geschrieben. „So ne junge Deern in so ‘ner Machokarre? Die fährt wohl Papas Geld spazieren …“ oder „Da hat der Lover ja mal ordentlich was springen lassen …“. Richtig? Nicht richtig. Die letzten zehn Jahre der fröhlichen Frau am Steuer bieten zwar ausreichend Stoff für ein ganzes Drehbuch, aber trotzdem möchte keiner mit ihr tauschen. Jasmin will das alles nicht an die große Glocke hängen, daher im Zeitraffer: Unfall, endlose Reha, externes Abitur, Fernstudium, Dauerschleife bei den Ärzten. Bis man herausfand, dass die Ursache für die nicht enden wollenden Komplikationen ganz woanders lag, war viel Wasser die Elbe hinuntergeflossen. Jasmin kämpfte, verlor nie ihren Optimismus und schwor sich: Wenn ich hier heil rauskomme, fahre ich mein Traumauto.













































Previous
Next

Und das war nicht ihr CLA AMG vor der Haustür, sondern ein Camaro in Vollfettstufe und mit 50th-Anniversary-Volle-Hütte-Komplettausstattung. 6,2 Liter, 456 PS, 618 Nm. Cooler Sound, keine Kompromisse. „Es musste einfach ein Reinsauger sein“, schmunzelt Jasmin, „und das volle Programm. Wenn schon, denn schon.“ Ermutigt durch Eltern und Freunde, die alle der Ansicht waren, das Auto habe sie sich nach ihrer Odyssee echt verdient, begann Jasmin, gezielt zu suchen. Es sollte auf jeden Fall die Anniversary-Version sein, die Hamburgerin wollte auf kein einziges Feature verzichten, was Sicherheit, Komfort und Bedienbarkeit anging. Nach fünf Monaten Suche fand sie ihren Traum schließlich in Berlin, der Vorbesitzer stellte sich als braver Finanzbeamter heraus, dem der böse Muscle wohl doch etwas zu heftig war. Einen Monat alt, gerade mal 290 Kilometer auf der Uhr: Auf der Heimreise nach Hamburg fuhr Jasmin ihren Camaro erst mal richtig ein. Nach der ersten Fahrt wusste sie: alles richtig gemacht. „Der Achtzylinder ist der Hammer“, sagt sie und ist bis heute begeistert, „die Kraft von frei saugenden 6,2 Litern Hubraum muss man einfach mal erlebt haben. Und die Akustik macht süchtig: Aus dem Drehzahlkeller auf über 6.000 Umdrehungen, das ist schon ein Urzeitmonster. Ich genieße den Camaro in vollen Zügen, wer fragt da schon nach dem Verbrauch?“

LUST AUF WEITERE GESCHICHTEN?Mit unserem GRIP LIGHT ABO keine Ausgabe (Printmagazin und Digitale Ausgabe) mehr verpassen.
Jederzeit kündbarClick Here

Jasmin jedenfalls nicht. Ihre Brötchen verdient sie als freischaffende Künstlerin: Sie entwirft Handtaschen. Sehr spezielle Handtaschen für Damen, die eigentlich schon alles haben. Jede Tasche ist ein Unikat aus abgedrehten Materialien in ungewöhnlichen Formen – mehr Schmuckstück als notwendiges Utensil. Die Ladys der Hamburger Gesellschaft sind verrückt nach ihren Kreationen, mittlerweile hat Jasmin ein exklusives Atelier und sechs Sattler, die ihre Ideen umsetzen …

Bei aller Liebe zu ihrem vier Jahre alten Camaro: Hin und wieder schaut sie doch ein wenig wehmütig den Klassikern hinterher, die auf Hamburgs Straßen häufig anzutreffen sind. „So ein Ami aus den Fünfzigern, Sechzigern ist schon wunderschön“, meint sie und wird ihrem zeitgenössischen Muscle kurzzeitig untreu, „gigantische Autos, gigantischer Sound. Aber trotz allem würde ich nie tauschen. Allein mit einer manuellen Schaltung im Stadtverkehr klarzukommen, würde meine Kräfte übersteigen. Da ist mir die Automatik schon lieber, ich fahre schließlich jeden Tag und fühle mich mit all den Features meiner 50th Edition besser aufgehoben.“ Kann man verstehen. Jasmins Camaro der siebten Generation ist mit seinem aufgehübschten Innenraum und zeitgemäßen Infotainment schon mehr was für komfortverwöhnte Gearheads. Er fährt sich messerscharf und kinderleicht, ist extrem kraftvoll beim Antritt, gefühlvoll in der Lenkung und geschmeidig im Scheitelpunkt. Er hat Servo, Automatik, ABS, Blinkerrückstellung und vieles mehr und fährt wie eine Sänfte …

Ein wahrer Muscle, der seine bissigen Vorgänger zwar nicht vergessen macht, aber ohne Zweifel mithalten kann. Für Jasmin jedenfalls das Optimum, das richtige Auto zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Rundum-volle-Performance-Paket. Träume von einem anderen Muscle? Vielleicht einen, in den die illustre Taschenkollektion ohne Knautschen reinpasst? „Nö“, meint Jasmin lakonisch, „ich bin zufrieden mit meinem Camaro, bin dankbar, dass ich ihn habe und glücklich, wenn ich damit herumfahren kann.“  Kann es eine schönere Liebeserklärung an ein Auto geben …?

Fahrzeugdaten Chevrolet Camaro 50th Anniversary

Baujahr: 12/2017
Motor: 6,2 l V8
Leistung: 333 kW / 453 PS
Drehmoment: 617 Nm
Antrieb: Heckantrieb
Getriebe: 8-Gang-Automatik
L/B/H: 4.784 / 1.880 / 1.340
Gewicht: 1.659 kg
Beschleunigung: 0-100km/h in 4,4 sec
Höchstgeschwindigkeit: 290 km/h max
Grundpreis 2017: 53.500 EUR

Text: Marion Kattler-Vetter, Fotos: Sven Krieger

GRIP GEARHEADS: Fabian Werner und sein Mercedes-Benz C63 AMG Coupé

Das waren die Musthaves: Mercedes, jede Menge Hubraum, Coupé und Rot! Und voila, hier ist sie: die knallrote Rakete von Fabian Werner

Die Leidenschaft für Mercedes und AMG hat er, seit er denken kann. „Ich stand schon immer auf großen Hubraum. Der ist meiner Meinung durch nichts zu ersetzen“, erklärt Fabian Werner, „Mercedes konnte mir meine Vorstellungen schließlich erfüllen mit den 500er, 63er und 65er Modellen. Die Soundkulisse eines solchen Hubraummonsters und das Feeling beim Cruisen ist für mich einfach unersetzbar.“ Abgesehen davon ist der gelernte Anlagenmechaniker für Sanitär- und Heizungstechnik begeistert vom „One man, one engine“-Konzept bei Mercedes, bei dem jeder AMG Motor von einem Mitarbeiter zusammengebaut wird und dieser dann eine handsignierte Motorenplakette erhält.







































Previous
Next

Und so war es ganz klar, dass sich Fabian mit 24 Jahren den Traum vom ersten AMG erfüllte. Und der blieb – wie auch schon seine vorherigen Autos – nicht lange im Originalzustand.

Innerhalb der ersten Wochen kamen schon eine neue Motorhaube von Black Series Sondermodell und andere Felgen. Über die Jahre wurden dann immer mehr Änderungen am Wagen vorgenommen: tiefer durch Federn und durch Gewinde, verschiedene Felgen, diverse Carbon-Teile. Es wurde einfach immer wieder etwas am Auto verändert. Die meisten Umbauarbeiten hat er über die Wintermonate in Eigenregie getätigt oder mit Hilfe eines Freundes, der eine eigene Kfz-Firma betreibt und spezielle Umbauten fertigt.

Und der verbaute ihm dann schließlich auch sein finales Setup mit einem Airride von Air Lift Performance und speziell angefertigten 2-teiler Forged Felgen von BC Forged. Auch bei der Innenausstattung hat er einiges selbst nachgerüstet und aufgewertet. Besonders happy ist Fabian über das Carbon-Lenkrad und das Apple Car Play Modul, welches das veraltete Command etwas neuer aussehen lässt. Demnächst will er sich die Sitze vornehmen und ebenfalls etwas aufwerten. Warum es unbedingt ein roter Wagen sein musste? Fabian fand, dass es einfach perfekt zu den Konturen passt und – ganz praktisch gedacht – weil ein rotes Auto einfach immer sauber aussieht, auch wenn es das mal nicht ist.

LUST AUF WEITERE GESCHICHTEN?Mit unserem GRIP LIGHT ABO keine Ausgabe (Printmagazin und Digitale Ausgabe) mehr verpassen.
Jederzeit kündbarClick Here

„Mir ist der Wagen mittlerweile so ans Herz gewachsen, dass ich mich schon jetzt dazu entschieden habe, ihn niemals wieder zu verkaufen. Zumal es diese Art von Auto sowieso nie wieder geben wird“, so der 29-Jährige, „Für mich ist es immer wieder ein schönes Gefühl, damit durch die Gegend zu cruisen und in den Genuss des Sound-Orchesters der Auspuffanlage zu kommen, die vom Hause AMG diesen tollen und lauten Klang besitzt. Lustig und wahrscheinlich naheliegend ist, dass ich mit diesem Auto auch immer super Blitzerfotos einhole, aber mit meinem Zweitwagen, der ebenfalls gut motorisiert ist, noch nie geblitzt wurde…“

Fahrzeugdaten Mercedes-Benz C63 AMG Coupé

Motor: 6,2 l V8 (M156)
Leistung: 528 PS, 643 NM
Antrieb: Heckantrieb
L/B/H: 4.590 / 1.770 / 1.406
Gewicht: 1.730 kg
Beschleunigung: 0-100km/h in 4,0 sec, 100-200km/h in 8,0 sec
Höchstgeschwindigkeit: 320 km/h max

Text: Daniela Grunwald, Fotos: Fabian Werner

GRIP GEARHEADS: Bastian Knolle und sein BMW M6 F13

Mit dem BMW M6 erfüllte sich Bastian Knolle einen Traum. Beim Tuning achtete er darauf, dass alles edel und dezent bleibt – kein Spoiler, feinste Details und alles perfekt aufeinander abgestimmt

Es ist einfach das ideale Auto für ihn. Bastian Knolle liebt Roadtrips, macht gern Touren mit dem Sportwagenclub „Fast-Club“, das heißt Fahrten über 2000 km und mehr in sechs Tagen. Und dafür hat er jetzt das perfekte Auto gefunden: den BMW M6. „Der ist edel, bietet viel Platz und ist der perfekte Grand Tourer mit auch genügend Leistung. Ich brauche nun mal Kofferraum und Snackbox!“, erklärt Bastian Knolle. Gerade war er mit ihm 10 Tage in Norwegen unterwegs.

Der studierte Informatiker hatte 2011 erst einen BMW M3, welcher leicht modifiziert für Straße und Track abgestimmt wurde und das übliche KW Fahrwerk und Abgasanlagen-Tuning bekommen hatte. Nichts Extremes, eher dezent, bis auf den Sound des Achtzylinders.

Sein Traum war allerdings der damalige M6 – lang, schön und breit. Diesen Wunsch erfüllte sich Bastian schließlich als er den M6 Competition mit 600 PS bestellte



























































Previous
Next

Vom Werk aus wurde das Interieur mit allen Carbon-Details, Lenkrad, Schaltknauf, Leisten und sämtlichen M Performance Parts ausgestattet. Außen bestechen neben dem Dach der Diffusor und der Heckspoiler aus Carbon, wie auch die M Performance Abgasanlage, eine Akrapvovic Titan Abgasanlage mit X-Pipe und Downpipes ab Werk. Für damalige Verhältnisse war das absolut genial, da sie schließlich somit auch gleich den Hersteller-TÜV hatte. Als Außenfarbe wählte Bastian das elegante „Singapur Grey“. Umso auffälliger dagegen ist die Innenausstattung mit „Sahkir Orange“. Bastian hinterließ bei seinem M6 nichts dem Zufall. Bereits am zweiten Tag mit dem M6 wurden schon KW Gewindefedern verbaut, um erst mal das DDC (Dynamic Damping Control) zu erhalten. Und die 20 Zöller und die dezente Tieferlegung sahen schon mal nicht schlecht aus.

LUST AUF WEITERE GESCHICHTEN?Mit unserem GRIP LIGHT ABO keine Ausgabe (Printmagazin und Digitale Ausgabe) mehr verpassen.
Jederzeit kündbarClick Here

Doch Bastian begann, sich immer mehr für Tuningshows zu interessieren. 2019 bestellte er bei ExtremeCustoms Germany in Gerolzhofen 3-teilige Vossenfelgen in 21 Zoll. Diese wurden an die Bremsanlage (Keramik), die Reifen (265/305) und das Fahrzeug angepasst. Es ging somit von den serienmäßigen 20 Zoll auf 21 Zoll hoch, die mit 10 kg noch recht leicht sind. Eine Maßschneiderung von Vossen. Einpresstiefe, Tiefbett sowie Innen- und Außenbett wurden an das Fahrzeug angepasst. Das Fitment wurde perfekt für eine extreme Tieferlegung ausgerichtet, die Fahreigenschaften sollten schließlich bleiben.

Nach der Felgenwahl wurde das Auto bei RWrap Design in Uetze mit „Avery Denisson Dark Grey in Satin Metallic“ überzogen, eine dezente Farbwahl für das an sich elegante Fahrzeug. Details wurden in Schwarz herausgearbeitet und die Carbonteile zum Schutz noch mit XPEL überzogen. „Die Farbe passt perfekt zur Innenausstattung in ‚Sakhir Orange‘ sowie zu den Felgen, die ja Eyecatcher sind“, so Bastian.

Ebenfalls bei ExtremeCustoms wurde ein Airforce Suspension Performance Luftfahrwerk mit einer AirLift 3P Steuerung verbaut. Dadurch sind Felgen, Farbe und das Fahrwerk in perfekter Harmonie.

„Ich finde den Wagen so schön edel. Das Tuning ist so dezent, kein Spoiler, total zeitlos!“, schwärmt Bastian. In diesem Jahr plant er, den Wagen bei der „Essen MotorShow“ zu zeigen. Und da kann er sich wahrlich sehen lassen…

Fahrzeugdaten BMW M6 F13

Modell: 2017
Motor: 4,3 l V8 Biturbo
Leistung: 640 PS, 750 NM
Getriebe: Automatik
Antrieb: Heckantrieb
L/B/H: 4.898 / 1.899 / 1.368
Gewicht: 1.930 kg
Beschleunigung: 0-100km/h in 3,7 sec, 100-200km/h in 7,0 sec
Höchstgeschwindigkeit: 305 km/h max

Text: Daniela Grunwald, Fotos: @lukas_ah & Bastian Knolle, Fotowerk44

GRIP GEARHEADS: Nico Sfilio und seine Alfa Romeo Giulia Quadrofoglio

Nico Sfilio aus Stuttgart wollte ein Auto mit viel Leistung, das sich von der Masse abhebt und fand sein Glück mit einer feurigen Italienerin – der Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio MY 21

Es war schon immer sein Traum, einen Wagen zu fahren, der mehr als 500 PS hat. Nico Sfilio suchte einen neuen Fünftürer, aber mit richtig viel Power, und als stolzer Italiener stand für ihn fest, dass sein nächstes Auto unbedingt auch wieder ein italienisches sein muss. So fand er das für ihn perfekte Model: eine heißblütige Italienerin, die Giulia Quadrifoglio MY21 von Alfa Romeo.

Bereits 2016 hatte sich der Inhaber eines Fliesenfachbetriebes in sie verliebt. „Damals war sie die schnellste Serienlimousine auf dem Nürburgring, 7:32 Minuten Rundenzeit auf der Nordschleife!“, erzählt Nico, „Dieses Jahr verkaufte ich dann meinen alten Wagen und mir wurde die Giulia frisch vom Werk geliefert. Sie ist aus meiner Sicht auch das aktuell schönste Auto auf dem Markt.“ Und das Fahren mit der feurigen Italienerin ist das reinste Vergnügen. Kein Wunder: Die Giulia Quadrifoglio hat auch den leistungsstärksten Motor, der jemals von Alfa Romeo für ein Straßenfahrzeug konstruiert wurde. Ein extrem leichter und komplett aus Aluminium gefertigter V6 Bi-Turbo-Benzinmotor mit 510 PS. Das 8-Gang-Automatikgetriebe kann mit Aluminium-Schaltwippen am Lenkrad bedient werden. Ein Gangwechsel ist damit in nur 150 Millisekunden möglich.





























































Previous
Next

Und mittlerweile hat Nico seine Giulia auch noch etwas getunt: tiefer gelegt und komplett foliert. Es kamen neue JR 20 Zoll Felgen dazu, 4-Punkt-Gurte, ein lackierter Heck-Diffusor und ein tricolore Carbon-Einsatz, ein Überrollkäfig, Carbon-Schalensitze und ein Harman Kardon Sound Theatre mit 14 Lautsprechern dazu. Damit macht das sportliche Fahren noch mehr Spaß.

LUST AUF WEITERE GESCHICHTEN?Mit unserem GRIP LIGHT ABO keine Ausgabe (Printmagazin und Digitale Ausgabe) mehr verpassen.
Jederzeit kündbarClick Here

Passend zum feurigen Auftritt ist auch die Außenfarbe. Nico ließ den Alfa Romeo in „Anodized red“ folieren: „Die Lackfarbe, die ich eigentlich haben wollte (das Rot der Giulia GTAm) gab es noch nicht zu bestellen. Außerdem hätte ich dann eine Steinschlagschutzfolie anbringen lassen müssen. Daher habe ich mich entschieden, das Auto komplett folieren zu lassen und den Rotton ausgewählt, der mir am meisten zugesagt hat.“

Für den gebürtigen Italiener ist die Giulia Quadrifoglio das perfekte Auto: „Im Gegensatz zu vielen deutschen Autos ist sie Leidenschaft pur. Das Design ist besonders und auf den deutschen Straßen ist sie nicht jeden Tag zu sehen“. Seine bislang schönste Fahrt mit ihr war – wie es nicht passender sein könnte – eine Tour durch Italien bis runter nach Sizilien, in der roten Abendsonne…  

Fahrzeugdaten Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio MY 21

Motor: 2.9 V6 Biturbo
Leistung: 510 PS bei 600 NM
Beschleunigung: 0-100km/h in 3,9 sec, 100-200km/h in 8,1 sec
Höchstgeschwindigkeit: 307 km/h max

Text: Daniela Grunwald, Fotos: Artur Ellers – Guicy Pics

GRIP GEARHEADS: Alexander Faust und sein BMW M4

Alexander Faust wollte seinen BMW M4 einzigartig machen… Ist ihm gelungen! Mit einem außergewöhnlichen Design und viel Gold

Das strahlende Weiß wird von den goldenen Akzenten noch getoppt, an den Felgen blitzt Chromgold und sogar der imposante Heckflügel ist damit noch auffällig verziert… Genau so wollte sein Besitzer seinen BMW M4 haben. Da es den Wagen schon in jeder Farbe und Ausführung gibt, wollte Alexander Faust einen, der aus der Masse heraussticht. Er wollte etwas Eigenes kreieren, was es so noch nicht gab. Jeder, der dieses Auto sieht, sollte wissen, wem es gehört. Beim Design war es dem gelernten Industriemechaniker wichtig, dass es elegant und zugleich auffällig und aggressiv aussieht. Mit viel Leidenschaft und einer genauen Vorstellung hat er seinen BMW M4 durchgestylt und einmalig gemacht.

Seitdem Alexander den Führerschein hatte, war er zum Autofan geworden. Nach der bestandenen Prüfung konnte ihn keiner mehr halten. Nachdem er sein erstes Auto, einen Opel Astra GT zu Schrott gefahren hatte, war klar, dass der nächste Wagen etwas noch Sportlicheres sein sollte. Nach Probefahrten mit Mercedes bis Audi hatte er sich in das Fahrgefühl von BMW verliebt. So wurde das zweite Auto ein BMW e90 320d. Es folgten weitere Autos, alles Modelle von BMW. Dann kam der M4 F82 auf den Markt. Und Alexander wusste, dass er den haben muss. Während seine Freunde am Wochenende am Feiern oder im Freibad waren, hat er gearbeitet, um zusätzlich Geld zu verdienen. Nachdem er ein Jahr gespart und jede Überstunde mitgenommen hatte, konnte er sich an seinem 23. Geburtstag den Traum endlich erfüllen.





















Previous
Next

Ihm war schon da klar, dass er seinen M4 nicht so stehen lassen möchte. „Ich wollte einen, den es so nur ein Mal gibt“, sagt Alexander. Das Konzept mit den goldenen Akzenten stand schnell. Und es war klar, dass es einer vom Baujahr zwischen 04/17 bis 06/18 sein sollte, weil er dann noch keinen OPF (Ottopartikelfilter) hat (schluckt schließlich Sound und Leistung), aber schon das zweite Facelift. Alexander fand einen vom Baujahr 05/17 mit 20.000 Kilometer, neuwertigem Zustand und aus erster Hand. Beim Kauf hat er gleich ein KW V3 Fahrwerk mitbestellen und einbauen lassen. „Die ersten Meter, die ich auf der Straße fuhr, war ich dem Asphalt gleich 4 cm näher“, so Alexander. Mit Freunden, die eine KFZ Ausbildung abgeschlossen hatten, begann er, an dem Wagen herumzuschrauben. Verbaut wurde ein dreiteiliger Carbon Diffusor, Seitenschweller-Ansätze, Frontlippe und Canards von Perl Carbon. „Ich habe mich bewusst für diese Teile entschieden, da mir die Optik sehr gut gefällt und alle Teile ein ABE haben. So hat man dann auch keinen Stress mit der Polizei, da Kontrollen natürlich Alltag mit diesem auffälligen Design geworden sind.“ Dazu kam der M4 GTS Heckflügel in Kombination mit der M4 GTS Carbon Motorhaube.

LUST AUF WEITERE GESCHICHTEN?Mit unserem GRIP LIGHT ABO keine Ausgabe (Printmagazin und Digitale Ausgabe) mehr verpassen.
Jederzeit kündbarClick Here

Zu dem extrovertierten Design mussten natürlich auch passende Felgen her und so wurden es Z Performance 3.1, die er im selben Farbton wie die Chromgold-Folie pulvern ließ. Magnetische Kennzeichenhalter waren ein Muss für schöne, saubere Fotos. Die Bremsen ließ er in Wagenfarbe lackieren, weil ihm die blauen nicht auffällig genug waren. Leistungstechnisch fährt er aktuell eine Stage 2+ mit 560 PS und 830 NM. Zum Schluss wurden außen alle Chromteile wie Luftauslass am Kotflügel, Endrohre und BMW-Embleme in 24 Karat vergoldet, ebenso alle silbernen Innenraumleisten.

Als Nächstes möchte sich Alexander eine HJS Downpipe in Kombination mit der M Performance Abgasanlage zulegen sowie eine Eventuri Ansaugung, damit er in Zukunft eine Stage 3 fahren kann mit über 600 PS. Den Innenraum will er noch veredeln mit noch mehr Carbon und einem M Performance Lenkrad.  „Immer wenn man seine To-do-Liste abhakt, fallen einem noch weitere Sachen ein, die man haben will. Wie man immer so schön sagt, ein Projekt ist nie richtig fertig“, so Alexander. Im Urlaub war er schon fast drei Jahre nicht mehr. Denn seitdem er den M4 besitzt, steckt er jeden Cent und seine gesamte Freizeit in das Auto. Damit macht er allerdings nicht nur sich eine Freude. „Die Kinder in der Nachbarschaft sind ganz verliebt in den Wagen, freuen sich jedes Mal, wenn sie ihn und winken mir jedes Mal zu.“

Technische Daten:

BMW F82 M4

Baujahr: 2017
Motor: Reihe 6 Zylinder Twinturbo
Hubraum: 3.000 cm3
Leistung: 560 PS / 411 kW
Drehmoment: 835 Nm
L/B/H: 4.671 / 1.870 / 1.383 mm
Leergewicht: mindestens 1.570 kg
Beschleunigung: 0-100 km/h: 4.0 s, 100-200 km/h: 6,9 s
Top-Speed: mindestens 295 km/h
Antrieb: Hinterradantrieb

Text: Daniela Grunwald, Fotos: Alexander Faust

GRIP GEARHEADS: Thomas Ziegler und sein VW Golf 7 Lowered Clubsport

Ein GTI Clubsport schindet beim PS-Posing wenig Eindruck. Man muss schon sehr genau hinhören, wenn man mal ein Brabbeln oder ein Brüllen hören will. Das geht auch anders, beschloss Thomas Ziegler und baute sich einen einzigartigen GTI Clubsport auf. Und der hat in puncto Look & Sound nichts zu befürchten

Als VW den ersten Golf GTI abgesegnet hatte, war der Vorstand skeptisch. Mehr als 5.000 Zulassungen hatten sie dem Wagen mit 110 PS und einem Spitzentempo von 182 km/h nicht zugetraut. Das ist 44 Jahre her, und mittlerweile sind über zwei Millionen GTIs verkauft. Ein Grund zum Feiern, sagten sich die Niedersachsen da reumütig und ließen es zum 40. Geburtstag des Rabbits so richtig krachen: Mit dem Editionsmodell „Clubsport“ kam der stärkste und schärfste GTI aller Zeiten. Zwar steckt unter der Haube derselbe 2,0-Liter-Turbo wie im Serienmodell, doch wo der Vierzylinder im GTI 162 kW/220 PS und im GTI Performance 169 kW/230 PS lockermacht, stehen nun schon mal 195 kW/265 PS auf dem Zettel. Und da geht noch mehr: Damit man beim Überholen schneller vorbei und auf der Rennstrecke besser aus der Kurve raus kommt, gibt es einen Overboost für den Turbo. Zehn Sekunden lang lässt sich damit die Leistung auf 213 kW/290 PS und ein maximales Drehmoment von 350 auf 380 Nm pushen. Das funzt: Mit 250 km/h ist der Clubsport nur einen Hauch schneller als der normale GTI, nimmt ihm mit 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h aber immerhin fünf Zehntel ab. Doch nicht die Leistung allein macht den Unterschied, der Clubsport baut in schnellen Kurven deutlich mehr Grip auf, die Progressivlenkung mit verkürzter Übersetzung schneidet scharf entlang der Ideallinie, die Vorderachssperre reißt den Wagen in die Kurve und spuckt ihn mit genauso viel Elan wieder raus. Das steifere Fahrwerk sorgt für Bodenhaftung ohne den Spaßverderber ESP. Fazit: Der Clubsport ist agiler, handlicher und quirliger als alle seine Verwandten.

































































Previous
Next

Alles schön und gut, aber da muss doch noch mehr drin sein, befand GRIP-Leser Thomas Ziegler aus Halle, seit Kindesbeinen tuningbegeistert, was er seit Erreichen der Führerscheinreife im Jahr 2008 auch konsequent lebt. Das erste Opfer war ein Golf 5, den er nach dem Motto „Gut gemeint, ist halb gewonnen“ eher unprofessionell aufmotzte. Es folgte ein Golf 7 GTI, den er schon erheblich besser hinbekam, bei einem Unfall aber komplett versenkte. As der Clubsport 2016 erschien, war ihm Thomas vom Fleck weg verfallen und kaufte das erste Modell weltweit. Inzwischen gestand er sich auch ein, dass er zwar einen Haufen Enthusiasmus, aber leider zwei linke Hände hat, die virtuos klassisches Klavier spielen, aber keinen Schraubendreher vernünftig halten können. So begann der pfiffige Student der Wirtschaftswissenschaften (abgeschlossen) und Geografie (im Endspurt), sich nach Sponsoren umzuschauen. Und er fand sie, einen ganzen Strauß williger Unterstützer, 19 an der Zahl, denen der Influencer im Gegenzug seine Anwesenheit auf so ziemlich allen einschlägigen Treffen und Messen bieten kann.

LUST AUF WEITERE GESCHICHTEN?Mit unserem GRIP LIGHT ABO keine Ausgabe (Printmagazin und Digitale Ausgabe) mehr verpassen.
Jederzeit kündbarClick Here

Thomas und sein einzigartiger Lowered Clubsport sind mittlerweile in der Szene bekannt wie ein bunter Hund: Tuningworld Bodensee, Essen Motorshow, Tuningmesse Erfurt, Tuning Expo Prag, Wörthersee … zahllose Auszeichnungen pflastern seinen Weg. Ein paar Beispiele? Deutscher Meister der EMMA Car-Hifi 2019 in der Kategorie Tuning Unlimited, Gewinner der Wrapping World 2018 mit dem besten Foliendesign, mehrfacher Gewinner Show & Shine, bester VW, bester Golf … Das Auto wurde in den vergangenen vier Jahren von Schalk-Tuning umgebaut und durchlief mehrere Metamorphosen, ehe es im April 2020 von Pstylesgermany Carwrapping nach Motiven des russischen Designers FUSE in den jetzigen Zustand foliert wurde – mit über 50 laufenden Metern Glitzerfolie in Rot, Blau, Weiß, Gold und Schwarz! Alles, was an Thomas‘ Einzelstück gemacht wurde, steht detailliert in seinen Social-Media-Kanälen. Nur so viel: gekürztes Luftfahrwerk FahrwAIRk mit Accuair-e-Level-Airmanagement, Carbon-Domstrebe, gecleante Front, Maxton Bodykit, APR-Leistungssteigerung, 3-Zoll-Komplettauspuffanlage mit Klappensteuerung, Xenarc-Voll-LEDs, Alpine Infotainment, Dashcam, Überrollbügel inkl. Kreuz, Knotenblech und H-Strebe, Recaro-Schalensitze … „too much to list!“. Teile im Wert von 50.000 Euro stecken „roundabout“ im Clubsport – ohne Sponsoren zumindest für einen Studenten utopisch.

Corona hat Thomas‘ Elan ein wenig ausgebremst, eigentlich waren etliche Treffen angesetzt, von denen bisher nur eines in Dresden geklappt hat. Seiner Begeisterung tut das freilich keinen Abbruch. „Der Clubsport ist jetzt fertig“, meint er, „nun ist Zeit für was Neues.“ Das neue Projekt entstammt selbstredend wieder dem VAG-Konzern, hat allerdings vier Ringe vorne und ein A8-Zeichen hinten. Geplant sind erst mal 22-Zoll-Felgen und eine schicke Folierung, man wird sehen. Bis es so weit ist, fährt Thomas den Clubsport von Frühling bis Herbst bevorzugt durch die neuen Bundesländer. „In den alten Bundesländern muss ich ihn trailern“, grinst er, „die sind da strenger, die Ossis sind lockerer.“ Egal, ob Trailer oder auf eigener Achse: Geplant ist die Teilnahme – wieder mal – an der Essen Motor Show. Müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn Corona auch das verhindern würde …

Facebook: Lowered Clubsport, Instagram: lowered_clubsport, christin_xs

Technische Daten
Golf 7 Lowered Clubsport

Baujahr: 2016
Motor: 2,0-Liter-Turbo
Leistung: APR-Steigerung Stage 2+ auf 309 kW/420 PS
Drehmoment: 651 Nm
Getriebe: APR-DSG-Optimierung
Luftfahrwerk: FahrwAIRk
Reifen/Felgen: Yido-Performance-Mehrteiler 9×20 ET45, gebürstet/poliert, Toyo Tires Proxes 235/30/20
Preis/Wert: k. A.

Text: Marion Kattler-Vetter, Fotos: Liberda Media

GRIP GEARHEADS: Ricardo Rüting und sein AMG GT-R

Ein nagelneuer AMG GT-R in Military Conversion? Für Ricardo Rüting keine Frage. Der Mann schreckt nicht mal davor zurück, den edlen Carbonbacken mit der Flex zuleibe zu rücken und Löcher reinzufräsen. Warum? Weil er Bock hat. Und weil er´s kann …

Autoverrückt war er schon immer. Mit 14 hat er notgedrungen Roller umgebaut, mit 16  Kleinkrafträder und mit 17, als er ENDLICH den Führerschein machen durfte, wartete das erste Auto bereits in der Garage: ein Golf VI GTI – man will ja schließlich nicht mit einer ausgelutschten Uralt-Karre anfangen. Die Eltern waren dagegen, aber Ricardo konnte sie schließlich überzeugen. Punkt null Uhr am 18. Geburtstag wurde der Zündschlüssel gedreht und die Freude war grenzenlos. Klingt nach jungem Wilden? Schon, aber das Ganze mit Hirn und Verstand, wie man an Ricardos Werdegang sehen kann: Der Automaniac hat eine Ausbildung beim Finanzamt gemacht. Richtig gelesen, Finanzamt. Irgendwann hat er dann doch die Kurve gekriegt und seinen Nebenher-Freizeit-Job in den Vordergrund gestellt: Folierer. Zusammen mit seinem Vater folierte er nämlich schon lange in seiner Garage Fahrzeuge aller Art, wobei ihm die Mundpropaganda die Kunden nur so hereinschwemmte. Als es schließlich mehr Autos zum Folieren gab als Steuerakten auf dem Tisch, machte Ricardo ernst, kündigte seinen Job und machte sich mit der Firma R design selbstständig. Wiederum mit dem Vater an der Seite, auch der gelerne Maler und Lackierer ließ sich auf den Sprung in die Selbstständigkeit ein. Mit matten, glänzenden, glitzernden oder changierenden Häuten einem Auto ein komplett neues Aussehen zu verleihen – das wars, und das ist es bis heute.

































































Previous
Next

Der Golf GTI (übrigens in Mattorange foliert) hatte längst einem 450-PS-BMW 335 Platz gemacht, dann kamen Audi TT, Porsche Cayenne, Corvette Z06, Audi R8 mit V10, Porsche G Turbo … und irgendwann verlor Ricardo sein Herz an Mercedes. Erst ein AMG C63 – O-Ton: „Der kann alles!“ – und vergangenes Jahr der GT-R. Unnötig zu sagen, dass jeder einzelne vom Meister foliert wurde und wird, wie man an dem einst schwarzen Tarnkappenbomber unschwer erkennt. Der Motor des Boliden blieb, wie er war, Ricardo macht generell nur optische Veränderungen, setzt gerne Carbon ein und die Flex an und  experimentiert auch herum, getreu dem Motto: „Bloß nix haben, was man überall bestellen und kaufen kann.“

Individuell muss es sein, was er mit seinem Camouflage-AMG auf die Spitze getrieben hat. „Diese Folie macht meinen GT-R zum Biest“, grinst der inzwischen  29-Jährige, „da passt alles super zusammen. Der Benz wirkt böse, was durch die gelben Akzente wieder abgemildert wird.“ Nicht nur Ricardo steht auf das abgedrehte Design, auch die Reaktion seiner Fans ist bombastisch. Besonders, wenn der Racer neben dem klotzigen AMG G-Modell des Vaters steht: Natürlich im gleichen Camouflagelook, was die beiden überall zum Hingucker macht. Und ganz nebenbei zum idealen Werbeträger für R design…

LUST AUF WEITERE GESCHICHTEN?Mit unserem GRIP LIGHT ABO keine Ausgabe (Printmagazin und Digitale Ausgabe) mehr verpassen.
Jederzeit kündbarClick Here

Was macht der Mensch mit so einem Geschoss, wenn er nicht gerade Folien klebt? Richtig: Er gibt Gummi. Mal ein Trackday, mal kurz auf die Rennstrecke, nur nichts übertreiben, die Wirkung seines Tarnkappenbommbers ist für Ricardo Adrenalin genug. Und mal wieder eine Möglichkeit, sein Können zu zeigen. „Der Beruf des Folierers ist nicht geschützt“, bedauert der Selfmademan den Wildwuchs in der Branche, „mit billigen Chinafolien und schlampiger Verarbeitung wollen wir nichts zu tun haben.“ Bei R design werden hochwertige Folien hochwertig verarbeitet und das heißt: Fünf Tage müssen schon drin sein, wenn der Traum vom folierten Auto wahr werden soll. Teile abbauen, Karosserie vorbereiten, den Kundengeschmack treffen – das braucht Zeit. Einige haben genaue Vorstellungen, wie es werden soll, andere blättern unschlüssig durch die Farbfächer, wieder andere sagen: „Mach mal, Hauptsache, es wird geil.“ Und das wird es, 100-pro! „Wir haben einen verdammt hohen Qualitätsstandard“, betont Ricardo, „wir behandeln jedes Fahrzeug, als ob es unser eigenes wäre.“

Zum Glück gilt das nicht in allen Belangen. Wenn Ricardo zum Beispiel die Flex ansetzt, kann einem schon mal kurz schlecht werden. So aktuell geschehen beim Camouflage GT-R, dem er mit Carbon-Louvers auf den vorderen Backen zu mehr Frischluft verhalf. Heißt: Carboneinsätze wie beim AMG GT-R Speedlegend auftreiben, Schablone ausrichten, Klebeband, Schutzbrille, Flex und Dremel bereitlegen und los. Damit die Rundungen perfekt werden, wird vorgebohrt, den Rest erledigen eine ruhige Hand und der Dremel, denn die Flex ist für diese Schnitzarbeit doch zu grob. Damit alles perfekt ist, werden auch noch die durch die Kiemen sichtbaren Motorverstrebungen mattschwarz lackiert, erst dann ist Ricardo zufrieden. Inklusive Durchtrocknen dauert das Ganze vier Tage, aber dann: „Bombe! Das hat richtig Spaß gemacht“, frohlockt der Künstler, „sieht geil aus und ist trotzdem dezent.“ Dem ist nicht hinzuzufügen. Wer sich traut und Ricardo vertraut, kann seine Karre ebenso individualisieren lassen. Anregungen gibt’s unter

www.rdesign-fahrzeugfolierung.de
www.youtube.com/c/RicardoRdesign

Technische Daten

Mercedes-AMG GT-R

Baujahr: 2020
Motor: V8
Hubraum: 3.982 cm3
Leistung: 430 kW/585 PS
Beschleunigung: 0-100 km/h in 3,6 s
Vmax: 318 km/h
Drehmoment: 700 Nm
Antrieb: Allrad
L/B/H: 4.546/1.939/1.289 mm
Getriebe: 7-Gg. Aut.
Gewicht: 1.630 kg
Neupreis: ab 173.120 Euro

Umbauten:

H&R Sportfedern, Trak+ Spurverbreiterung, Fahrwerksabstimmung von TIKT Performance

Heckflügel, Luftsammler, Canards, Frontsplitter, Louvers: alle Vollcarbon von TIKT, Felgen  pulverbeschichtet, Überrollbügel gelb pulverbeschichtet u.v.m. Einzigartige Camouflage Folierung

Text: Marion Kattler-Vetter, Fotos: Paiiinful, Yenzi

GRIP GEARHEADS: Ahmed Kacan und sein BMW M6

Das große M6 Coupé von BMW ist schon von Haus aus ein Hingucker. Der lila Lifestyle-Bomber von Ahmed Kacan legt noch eine Schippe drauf. Und das liegt nicht nur an der extravaganten Farbwahl

Lila, der letzte Versuch – schon mal gehört? Die Farbe braucht Mut, Lila, Violett oder trendig „Purple“ sind was Besonderes. Man trägt sie nicht einfach so, wer lila gewandet herumläuft, möchte aus der Masse hervorstechen und sich abgrenzen. Wer kein Kirchenfürst, ein dramatischer Sonnenuntergang oder ein Veilchen ist, ahnt, dass Lila nur selten in freier Wildbahn vorkommen. By the way: Jahrhundertelang war die Blau-Rot-Melange eine der kostbarsten Farben überhaupt. Sie musste mühsam aus gepulverten Purpurschnecken hergestellt werden und war nur für die Superreichen erschwinglich – was erklärt, warum das Tragen von lila Stoffen den Mächtigen vorbehalten war.





























































Previous
Next

Gut soweit. Ob Ahmed sich ebenfalls in lila Klamotten wirft, wissen wir nicht, nötig hat er es jedenfalls nicht: Sein BMW ist in der Aufmerksamkeitsskala ohnehin nicht zu toppen. Der Mann aus dem wirtschaftsstarken Dreieck Heidelberg-Mannheim-Ludwigshafen hatte schon immer ein Faible für die Bayernbomber mit dem Propeller. Obwohl sein gesamter Freundeskreis auf Mercedes und Audi setzt, arbeitete sich Ahmed unbeirrt im  weißblauen Spektrum hoch und landete nach 3er E46 und 5er E60 vor zwei Jahren beim M6, makelloser Zustand, 27.000 km, scheckheftgepflegt. Bingo! Reinsetzen und sich zuhause fühlen war eins, Ahmed mit damals gerade mal 23 Jahren war im siebten BMW-Himmel. Natürlich geht da aber immer noch was. Als gelernter Industriemechaniker und Autoschrauber aus Leidenschaft – sein Vater ist Kfz-Meister, in dessen Werkstatt Ahmed quasi groß wurde – ist man sozusagen prädestiniert, Gutes noch besser zu machen. Das Gedankenkarussel kam in Fahrt und die Tuningpalette wurde durchgecheckt. Fahrwerk? Ist ok. Motor? Auch ok, aber optimierungswürdig. Farbe? Mal sehen …

LUST AUF WEITERE GESCHICHTEN?Mit unserem GRIP LIGHT ABO keine Ausgabe (Printmagazin und Digitale Ausgabe) mehr verpassen.
Jederzeit kündbarClick Here

Als erstes gönnte Ahmed seinem Schmuckstück härtere H&R-Federn, die das große Coupé noch satter auf die Straße ziehen. Dann ein Carbon Bodykit, Sportluftfilter und einen Sportkatalysator. On Top ein Stage-2-Kit von SL-Tuningsolutions in München, die sich auf die Leistungssteigerung per Chiptuning und Programmierung spezialisert haben. Das hats gebracht: Durch die Optimierung der Software im Motorsteuergerät wurde die Leistung auf 700 PS und 900 Nm gepusht, serienmäßig sind 560 PS und 680 Nm. Von Null auf Hundert sprintet das große Coupé in 4 Sekunden, die 200er-Marke ist in 6,6 Sekunden geknackt. Den Großteil des Feintunings hat Ahmed selbst übernommen, alles, was geht, erledigt er in Eigenregie in seiner Werkstatt. Natürlich nach gründlicher Recherche, mit viel Sachverstand und großer Umsicht, denn riskieren will er nichts: Nicht auszudenken, wenn der Motor des Boliden hochginge …

Nach dem Motto „Genug ist nicht genug“ schrie nun noch die Optik des Gran Coupé nach einem Upgrade. Hier war Ahmed erstmals unentschlossen, fest stand nur, dass eine neue Farbe für den unverwechselbaren Look sorgen sollte. Eher beiläufig blätterte er den Farbfächer beim Folienwerk Heidelberg durch – und da hat es ZOOOOOM gemacht! Bei Lila blieb er hängen, war total geflasht von dem satten Farbton und wusste: Das ist die 100%-richtige Farbe, sollen die anderen doch denken, was sie wollen.

Ahmed hats gewagt, die Folienhaut in deep Purple schmiegt sich lasziv an den BMW und bekam durch neongelbe Akzente die Krone aufgesetzt – mehr geht nun wirklich nicht. Die Reaktionen der erstaunten Verkehrsteilnehmer auf den „Leg dich nicht mit mir an“-Look geben dem Individualisten Recht: Daumen hoch, breites Grinsen, anerkennendes Kopfnicken sind ihm sicher. Als rücksichtsvoller Bürger hält Ahmed den Powermotor im Zaum, in der Stadt fährt er besonnen und kommt höchstens mal in freier Wildbahn den Wünschen seiner Fans nach: „Mach mal lauter!“ Obwohl er es locker könnte, fährt er mit seiner coolen Fuhre nicht auf den Track, er gondelt lieber ohne festes Ziel durch die Region und fordert allenfalls mal auf der Autobahn die volle Power ab. Und sonst? „Na ja, fertig ist man nie“, grinst Ahmed spitzbübisch, „eine Manhart Carbonhaube, ein M-Performance-Lenkrad und eine Akrapovič-Auspuffanlage sind noch in Arbeit.“

Und auch Ahmeds zweites Standbein braucht Zeit: Qualitativ hochwertige Pflegeprodukte, die er selbst getestet und für gut befunden hat. In Deutschland hergestellt, von ihm im eigenen Onlineshop vertrieben. Und unverwechselbar, da im einzigartigen Look. Sie ahnen es schon? Genau. Alles in Lila …

Instagram @ahi_m6,
www.ahim6.de

Technische Daten
BMW M6 Gran Coupé

Baujahr: 2017
Motor: V8 Turbo
Hubraum: 4.395 cm3
Leistung: 515 kW/700 PS
Beschleunigung: 0-100 km/h  in 4,0s
Vmax: 270 km/h
Drehmoment: 900 Nm
Antrieb: Hinterräder
L/B/H: 5.011 x 1.899 x 1.395 mm
Getriebe: 7-Gg. Doppelkupplung
Gewicht: 1.950 kg
Grundpreis 2017:  134.500 Euro

Text: Marion Kattler-Vetter, Fotos: Ahmed Kacan @ahi_m6